Arancini – Siziliens knusprige Goldkugeln

Arancini sind weit mehr als nur ein Snack – sie sind ein Stück sizilianische Kultur, Geschichte und ganz viel Geschmack in einer goldbraunen Reiskugel. Außen knusprig, innen herzhaft gefüllt – wer einmal in eine frisch frittierte Arancina beißt, versteht sofort, warum dieses Gericht zu den beliebtesten Streetfood-Spezialitäten Siziliens gehört.

Ob auf einem Markt in Palermo, an einem Imbiss in Catania oder als Fingerfood auf einem Fest in San Vito Lo Capo: Arancini sind immer eine gute Idee.


Was sind Arancini?

Arancini (Singular: Arancino oder Arancina) sind frittierte Reisbällchen, meist mit Safranreis, die mit verschiedenen Füllungen wie Ragù, Mozzarella, Erbsen oder Pistazien gefüllt und in Paniermehl gewälzt werden. Nach dem Frittieren sind sie außen goldbraun und knusprig – und innen wunderbar weich, würzig und heiß.

Der Name bedeutet übrigens „kleine Orangen“ – wegen ihrer runden Form und der goldenen Farbe, die an eine Orange erinnert.


Herkunft und Geschichte

Die Ursprünge der Arancini reichen bis in die Zeit der Araber zurück, die im 10. Jahrhundert Sizilien beherrschten. Damals war es üblich, Reis mit Safran zu würzen und zu formen – die Idee, ihn zu füllen und zu frittieren, entwickelte sich vermutlich später unter normannischem Einfluss.

Heute gelten Arancini als ikonisches Gericht Siziliens – und je nach Region gibt es Unterschiede in Form, Namen und Füllung:

  • In Palermo: rund und „Arancina“ (weiblich)
  • In Catania: kegelförmig wie der Ätna und „Arancino“ (männlich)

Der Streit, ob es nun Arancina oder Arancino heißt, ist auf Sizilien fast so hitzig wie der über gutes Olivenöl – aber beide Versionen sind köstlich!


Die beliebtesten Füllungen

Arancina al Ragù

Die klassische Variante: mit einer herzhaften Fleisch-Tomaten-Sauce (Ragù), Erbsen und Mozzarella. Tradition pur!

Arancina al Burro

Gefüllt mit Schinken und einer cremigen Béchamelsauce – zart, mild und sehr beliebt bei Kindern.

Vegetarische Varianten

Mit Spinat, Ricotta oder Pilzen gefüllt – ideal für alle, die es fleischlos mögen.

Pistazien-Arancini

Eine Spezialität aus dem Osten Siziliens: cremige Pistazienfüllung aus Bronte, manchmal mit Speck oder Käse kombiniert – einfach himmlisch.

Experimentelle Versionen

In modernen Rosticcerie gibt es Arancini mit Tintenfischtinte, Trüffel, Kürbis oder sogar süß mit Schokolade oder Ricotta – die Kreativität kennt keine Grenzen.


Wo du die besten Arancini findest

In ganz Sizilien gibt es RosticcerieTavola Calda, Bäckereien oder Straßenstände, die frisch frittierte Arancini anbieten. In Städten wie TrapaniEriceSan Vito Lo Capo oder Palermo wirst du auf jeden Fall fündig.

Mein Tipp:

Achte darauf, dass sie frisch frittiert sind – am besten zur Mittagszeit oder direkt nach Öffnung der Bäckerei. Frische Arancini erkennst du an der knusprigen Hülle, der warmen Füllung und dem aromatischen Duft nach Safran, Reis und Olivenöl.


Arancini selbst machen?

Ja, das geht! Aber ein bisschen Aufwand ist es schon:

  1. Gekochter, gewürzter Risotto-Reis (am besten mit Safran)
  2. Form zu einer Kugel oder Kegel
  3. Füllung hinein – z. B. Ragù oder Käse
  4. In Mehl, Ei und Paniermehl wälzen
  5. In heißem Öl goldbraun frittieren

Tipp: Arancini lassen sich auch super vorbereiten und einfrieren – ideal für Gäste oder als Meal Prep.


Wann isst man Arancini?

In Sizilien gibt es keine falsche Tageszeit für Arancini – sie sind:

  • perfektes Frühstück (ja, wirklich!)
  • Mittagessen auf die Hand
  • Snack am Nachmittag
  • Streetfood bei Festivals oder Nachtmärkten

Und das Beste: Sie kosten meist nur zwischen 2 € und 3 € – also auch für kleines Budget ein ganz großer Genuss.


Arancini – der goldene Reishit Siziliens

Ob traditionell mit Ragù, kreativ mit Pistazien oder vegetarisch mit Ricotta – Arancini gehören zu Sizilien wie das Meer und die Sonne. Wer sie einmal frisch gegessen hat, wird sie nie mehr vergessen.

Also: Wenn du das nächste Mal auf Sizilien bist – hol dir eine Arancina auf die Hand und genieße den Geschmack von Geschichte, Heimat und purem Genuss.

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