Gelateria Minaudo

In der Via Gioacchino Amico, ein paar Schritte abseits der belebten Via Savoia, liegt die Gelateria Minaudo – und wer sie einmal gefunden hat, kehrt so schnell nicht wieder weg. Manche Gäste berichten, dass sie während eines einzigen Urlaubsaufenthalts täglich hier vorbeikamen, manchmal sogar zweimal. Das sagt mehr als jede Sternebewertung.

Was Minaudo von vielen anderen Eisdielen in San Vito Lo Capo unterscheidet, ist die konsequente Eigenproduktion. Das Eis wird vor Ort hergestellt, mit echten Früchten – kein Pulver, keine Aromen aus der Tüte. Wer mit dem Inhaber ins Gespräch kommt, erfährt das gerne aus erster Hand: Er erzählt vom Feigeneis mit Ricotta, von der Mandelmilch-Granita, von den Maulbeeren und der Blutorange, als spräche er von alten Bekannten.

Die Granita ist ein eigenes Kapitel. Wer bisher dachte, Granita sei einfach gefrorener Fruchtsaft, wird hier eines Besseren belehrt. Die Konsistenz ist seidig, der Geschmack intensiv und klar, und die Kombination aus Maulbeere und Blutorange gehört zu den Dingen, an die man sich noch Monate später erinnert – so berichten es zumindest die Stammgäste. Dazu eine Brioche mit Ricotta und gesalzenem Karamell, und der Nachmittag ist gerettet.

Die Bedienung ist schnell und effizient, das Tempo hoch – Minaudo ist kein Ort zum langen Verweilen an der Theke, sondern eher zum Schnellauftanken und Weiterziehen. Ein paar Bänke draußen laden allerdings ein, das Eis in Ruhe zu genießen und dabei das Treiben der Gasse zu beobachten. Wer auf herzliche Gastfreundschaft und ausgiebige Plaudereien hofft, könnte gelegentlich enttäuscht werden – die Bewertungen sind da ehrlich. Aber für das Eis selbst findet sich kaum ein kritisches Wort.

Geöffnet ist täglich von 11 bis 1 Uhr nachts, also mit einem der großzügigsten Zeitfenster in der ganzen Stadt.